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Zukunft jüdischen Lebens: Jahreskonferenz des Demokratiezentrums Sachsen im Ariowitsch-Haus

vor 11 Stunden
2 Min. Lesezeit

Am 29. September 2026 war das Ariowitsch-Haus Gastgeber der 11. Jahreskonferenz des Demokratiezentrums Sachsen. Neben zahlreichen praxisorientierten Workshops bildete eine Podiumsdiskussion den zentralen Programmpunkt. Sie stand unter dem Titel „Jüdisches Leben in Sachsen und Deutschland – aktuelle Herausforderungen und Zukunftsvisionen“. Rund 200 Gäste verfolgten die Debatte.


Auf dem Podium diskutierten:

  • Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

  • Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

  • Timo Reinfrank, Vorstand RAA Sachsen e. V. und Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung

  • Katrin Ikhilman, Vorstandsmitglied und Sprecherin der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig


Die Juden trifft es „nie als Einzige“: Worte von Marina Limperska zur Eröffnung


Marina Limperska, Geschäftsführerin des Ariowitsch-Hauses, stellte in ihrer Rede vor dem Podiumsgespräch klar, dass die Zukunft jüdischen Lebens in Sachsen und Deutschland nicht selbstverständlich sei: „Jüdisches Leben hat es im Laufe der Geschichte in den unterschiedlichsten Gesellschafts- und Herrschaftssystemen gegeben. Es hat vieles überlebt. Aber gedeihen, wirklich gedeihen, kann es nur in einer freiheitlich-demokratischen Ordnung. Davon bin ich überzeugt.“ Sie machte zugleich deutlich, dass es um mehr als jüdische Belange geht: „Wenn sich eine Gesellschaft von Offenheit und Toleranz abwendet, trifft das Juden mit als Erste. Aber nie als Einzige.“



Eine intensive Debatte beim Podiumsgespräch im Ariowitsch-Haus


Die Diskussion verlief lebhaft und alles andere als ruhig, dabei stets respektvoll. Sozialministerin Petra Köpping blieb stets direkt und sachlich. Ihre Kollegin auf Bundesebene, Karin Prien, stellte sich den kritischen Fragen zum Umbau des Förderprogramms „Demokratie leben“ und zeigte dabei Standfestigkeit. Im Mittelpunkt standen hier vor allem die Auseinandersetzung mit der linken Szene und die Zukunft des Programms. Daneben ging es darum, wie jüdisches Leben heute aussieht und wie insbesondere junge Menschen die Situation erleben.


Tacheles-Jahr Grund für die Wahl des Ariowitsch-Hauses als Gastgeber


2026 ist das Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen. Anlass ist die staatliche Anerkennung der einheitlichen jüdischen Interessenvertretung im Freistaat vor 100 Jahren. Das Jubiläum bietet Raum für Rückblick, Standortbestimmung und Zukunftsperspektiven. Genau deshalb wurde das Ariowitsch-Haus als Gastgeber der Jahreskonferenz ausgewählt. Insbesondere das Podiumsgespräch war dazu gedacht, Perspektiven sichtbar zu machen und Impulse für Politik, Zivilgesellschaft und Institutionen zu entwickeln.


Yad-Vashem-Bildungszentrum soll 2027 in Leipzig starten


Am Rande der Konferenz teilte Kultusminister Conrad Clemens mit, dass Yad Vashem sein geplantes Bildungszentrum, neben dem Hauptstandort München, 2027 in Leipzig eröffnen werde. Nach den bisherigen Plänen will der Freistaat Sachsen das Vorhaben mit fünf Millionen Euro jährlich unterstützen.


Blumen für Leipziger Stolpersteine nach Verbots-Beschluss in Heidenau


Bundesministerin Prien, Kultusminister Clemens und Küf Kaufmann, Direktor des Ariowitsch-Hauses, legten am selben Tag Blumen an Leipziger Stolpersteinen nieder. Es war ein klares Zeichen dafür, dass diese Form des Erinnerns gebraucht wird. Erst wenige Tage zuvor hatte der Stadtrat von Heidenau einen von CDU und AfD unterstützten Antrag beschlossen, wonach es in der Stadt keine weiteren Stolpersteine geben soll.

 
 
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