Willkommen, Villa Seligmann!
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Mit einem festlichen Programm haben das Leipziger Ariowitsch-Haus und die Hannoveraner Villa Seligmann ihre Verbundenheit gefeiert. Am 6. September 2026 kamen Vertreter beider Einrichtungen im Ariowitsch-Haus zusammen, um bei einem lockeren Podiumsgespräch vor interessiertem Publikum Gedanken auszutauschen und einem einmaligen und beeindruckenden Konzert beizuwohnen. Beide Häuser haben sich der jüdischen Kultur und Begegnung verschrieben, die Villa Seligmann insbesondere der jüdischen Musik. Bereits Mitte August war eine Delegation aus Leipzig in Niedersachsens Hauptstadt zu Gast, um das Ariowitsch-Haus vorzustellen und Erfahrungen zu sammeln.
Nun ging es bei dem Gegenbesuch in Leipzig auch um ganz konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit. „Es wäre ein Schritt nach vorne, sich zusammenzutun und gemeinsame Projekte zu gestalten“, sagte der Geschäftsführer der Villa Seligmann, Eliah Sakakuschev-von Bismarck. Sein Haus setze auf „emotionale Nachhaltigkeit“ und möchte die Besucher „ohne Anti-Wörter“ begeistern. „Wir sind eine Begegnungsstätte für die ganze Gesellschaft und zugleich eine Außenstelle des organisierten Judentums, gefördert aus der Mitte der Gesellschaft.“ Man stehe für den mutigen Dialog, so Sakakuschev-von Bismarck weiter.

Julia Keinbrecht, Veranstaltungsmanagerin des Ariowitsch-Hauses, sieht insbesondere Potenzial darin, Künstlerinnen und Künstler nicht nur nach Leipzig oder Hannover einzuladen, sondern gleich für beide Einrichtungen zu verpflichten. Dr. Raja-Léon Lange, Leiter der Bildungsabteilung des Ariowitsch-Hauses, verwies auf den kürzlich in Sachsen vorgestellten Methoden-Koffer für die Erwachsenenbildung. So ein Werkzeug zur Sichtbarmachung jüdischer Lebenswelten müsse nicht auf Leipzig begrenzt bleiben.
Dr. Caren Marusch-Krohn vom Amt für Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig sieht die Annäherung zwischen Villa Seligmann und Ariowitsch-Haus auch im Zeichen der Städtepartnerschaft zwischen Hannover und Leipzig. „Wir feiern nächstes Jahr das 40-jährige Bestehen dieser Städtepartnerschaft und danken den Hannoveraner sehr, dass sie zuletzt so viel Initiative entwickelt haben.“
Am von Katrin Ikhlman, Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, moderierten Podiumsgespräch nahm auch Gisela Kallenbach, Vorsitzende des Fördervereins Synagoge und Begegnungszentrum, teil. Sie sicherte der jüdischen Gemeinschaft weiterhin Unterstützung zu. „Wir werden uns aktiv dagegen stellen, wenn jüdisches Leben wieder infrage gestellt wird“, sagte sie.
Für eine musikalische Überraschung sorgten die Hannoveraner mit dem mitgereisten Trio Delyria. Haben manche vielleicht nur eine musikalische Umrahmung der Veranstaltung erwartet, gaben David Strongin (Violine), Uriah Tutter (Cello) und Daniel Borovitzky (Piano) ein großartiges und virtuoses Konzert, das unter die Haut ging. Sie spielten unter anderem ein eigens für das Trio komponierte Stück passend zum Psalm 34, der nach folgender Zeile bekannt ist: „Wer ist der Mann, der Lust hat zum Leben, der Tage liebt, um Gutes zu sehen?“ Damit hinterließen die Hannoveraner einen bleibenden Eindruck in Leipzig.


