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Bach, Brünn und Bücher - Leipzig feiert jüdisches Straßenmusikfest

  • vor 9 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit
Straßenfest-Organisatorin Julia Keinbrecht: "Ein abwechslungsreicher musikalischer Nachmittag, der die vielen Facetten der jüdischen Musik erlebbar macht."
Straßenfest-Organisatorin Julia Keinbrecht: "Ein abwechslungsreicher musikalischer Nachmittag, der die vielen Facetten der jüdischen Musik erlebbar macht."

Unter dem Motto „LeChaim - auf das Leben“ feiert Leipzig am 22. Juni zum dritten Mal ein jüdisches Straßenmusikfest. Organisatorin Julia Keinbrecht im Gespräch.


Was können die Besucher erleben, Frau Keinbrecht?

Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreicher musikalischer Nachmittag, der die vielen Facetten jüdischer Musik erlebbar macht. Von Klezmer bis Klassik reicht das Programm und zeigt die große Vielfalt jüdischer Musikkultur. Den Auftakt gestalten das Ensemble „Klänge der Hoffnung“ mit der Sängerin Karolina Trybała. Anschließend bringt das NIŠMA Klezmer Trio aus Brno traditionelle und moderne Klezmermusik auf die Bühne. Mit dem Ensemble um Menashe Lukin ist auch die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig musikalisch vertreten und steuert ihre Perspektive zum Festivalprogramm bei. Den Schlusspunkt setzt das Blechbläserquintett der Musikschule Johann Sebastian Bach Leipzig. Ergänzt wird das musikalische Angebot durch kulinarische und informative Stände, die zum Verweilen, Entdecken und Austauschen einladen.


Was ist anders als bei den vergangenen zwei Veranstaltungen, was ist neu?

In diesem Jahr setzt das Festival einen besonderen Schwerpunkt auf die internationale Zusammenarbeit. Mit dem NIŠMA Klezmer Trio aus Brno ist erstmals ein Ensemble aus Leipzigs Partnerstadt zu Gast. Damit wird die Verbindung zwischen jüdischer Kultur und europäischem Austausch auf besondere Weise sichtbar. Darüber hinaus vereint das Programm unterschiedliche musikalische Stilrichtungen – von Klezmer bis Klassik – und bringt etablierte Künstlerinnen und Künstler ebenso auf die Bühne wie junge Musikerinnen und Musiker aus Leipzig.


Mit welchen Informationsangeboten ist das Fest verbunden?

Neben den musikalischen Darbietungen gibt es einen Informationsstand des Hentrich & Hentrich Verlags. Dort werden Bücher zur jüdischen Geschichte, Kultur und Gegenwart vorgestellt. Außerdem laden kulinarische Angebote sowie verschiedene Gesprächsmöglichkeiten dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Perspektiven kennenzulernen.


Wer steht hinter dem Fest, wer organisiert es?

Veranstalter des Festivals ist das Ariowitsch-Haus e. V. Das Straßenmusikfest ist Teil des langjährigen Engagements des Hauses für jüdische Kultur, Begegnung und gesellschaftlichen Dialog in Leipzig. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Holger-Koppe-Stiftung, dem Städtepartnerschaftsverein Leipzig–Brno e. V. sowie dem Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig.


Was müssen die Besucher noch wissen?

Das Festival findet am 22. Juni 2026 von 15 bis 18 Uhr in der Leipziger Innenstadt statt. Veranstaltungsort ist die Grimmaische Straße vor dem Löwenbrunnen auf Höhe des Naschmarkts. Der Eintritt ist frei und die Veranstaltung richtet sich an Menschen jeden Alters. Unter freiem Himmel verbindet das Festival Musik, Kultur, Begegnung und Kulinarik zu einem besonderen Erlebnis. Unter dem Motto „Le Chaim – Auf das Leben!“ setzt es zugleich ein Zeichen für Offenheit, Vielfalt und ein lebendiges Miteinander in Leipzig.


Außerdem möchten die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig und das Ariowitsch-Haus auf diese Veranstaltungen im Vorfeld und während der Jüdischen Woche aufmerksam machen:


Mittwoch, 17. Juni, 18:00 Uhr

Basiswissen Judentum

  • Gesprächs- und Bildungsformat im Ariowitsch-Haus

  • Bestandteil des Themenjahres „Tacheles“ und im Umfeld der Jüdischen Woche beworben

  • Ort: Ariowitsch-Haus (Ariowitsch-Haus)

Donnerstag, 18. Juni, 19:00 Uhr

Kantate – Tanz der Wahnsinnigen

  • Musikalisch-lyrischer Abend zur Bach-Kantate „Ich habe genug“

  • Im Rahmen des Bachfestes und des Begleitprogramms der Jüdischen Woche

  • Ort: Ariowitsch-Haus (Ariowitsch-Haus)

Samstag, 20. Juni, 14:00 Uhr

Bach & Israel

  • Konzertveranstaltung im Vorfeld der Jüdischen Woche

  • Ort: Ariowitsch-Haus (Leipzig im Blick)


Sonntag, 21. Juni, 11:00–12:30 Uhr

Synagogenführung: Brodyer Synagoge – Zerstörung und Neubeginn

  • Ort: Brodyer Synagoge, Keilstraße 4, Leipzig

  • Führung zur Geschichte der Leipziger jüdischen Gemeinde und des heutigen Gemeindelebens

  • Veranstalter: Leipziger Stadtevents, in Kooperation mit dem Ariowitsch-Haus e. V.

  • Mit Bezug zur Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig


17:00–18:30 Uhr

Theatralische Lesung „Vorgeschmack“

  • Ort: Ariowitsch-Haus (Salon)

  • Russischsprachige Texte, jüdische Geschichten aus postsowjetischen Staaten und Rezepte jüdischer Küche

  • Veranstalter: Kreativgruppe „KonText“


17:00–19:00 Uhr

Israelische Volkstänze für jedermann

  • Ort: Ariowitsch-Haus (Saal)

  • Offener Tanzworkshop

  • Veranstalter: Ariowitsch-Haus e. V.


Montag, 22. Juni 2026, 11:00 Uhr

Führung: Jüdische Spuren auf dem Leipziger Südfriedhof

  • Ort: Südfriedhof Leipzig (Nordtor)

  • Führung zu jüdischen Grabstätten und Biografien

  • Veranstalter: Ephraim Carlebach Stiftung


15:00–18:00 Uhr

Le Chaim – 3. Jüdisches Straßenmusikfestival

  • Ort: Grimmaische Straße / Löwenbrunnen / Naschmarkt

  • Musik von Klezmer bis Klassik

  • Mit Beteiligung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig (Ensemble um Menashe Lukin)

  • Veranstalter: Ariowitsch-Haus e. V.


Dienstag, 23. Juni 2026, 11:00–12:30 Uhr

Synagogenführung: Brodyer Synagoge

  • Ort: Brodyer Synagoge, Keilstraße

  • Öffentliche Führung zum jüdischen Gemeindeleben

  • Mit Einblicken von Landesrabbiner Zsolt Balla (je nach Terminformat im Programm vorgesehen)

  • Veranstalter: Ephraim Carlebach Stiftung


Dienstag, 23. Juni, 14:00–16:00 Uhr

Gespräch: „Was ist koscher, Herr Rabbiner?“ mit Zsolt Balla

  • Ort: HaMakom Leipzig

  • Rabbiner Zsolt Balla spricht über jüdische Esskultur und religiöse Praxis im Alltag

  • Mit Kaffeeverkostung und Gesprächsformat

  • Veranstalter: HaMakom Leipzig


16:00–17:30 Uhr

Führung: Alter Israelitischer Friedhof

  • Ort: Alter Israelitischer Friedhof, Berliner Straße

  • Historische Führung über jüdische Bestattungskultur in Leipzig

  • Veranstalter: Ephraim Carlebach Stiftung


Mittwoch, 24. Juni 2026, 18:00–20:00 Uhr

Eine musikalische jüdische Familie

  • Ort: Bach-Archiv Leipzig, Sommersaal, Thomaskirchhof 15/16, 04109 Leipzig

  • Renaissance-Consort-Werke der jüdischen Musikerfamilie Bassano am Hof von Königin Elisabeth I.

  • Musik von Bassano sowie Zeitgenossen wie Tye, Dowland und Browning

  • Mit Menashe Lukin, João Battista Tabora und Clara Faniusi (Renaissanceblockflöten)

  • Veranstalter: Ariowitsch-Haus e. V. in Kooperation mit dem Bach-Archiv Leipzig

  • Eintritt frei (Spenden erbeten)


Donnerstag, 25. Juni 2026, 16:00–17:30 Uhr

Synagogenführung: Brodyer Synagoge

  • Ort: Brodyer Synagoge, Keilstraße

  • Vertiefende Führung zum heutigen Gemeindeleben der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig

  • Veranstalter: Ephraim Carlebach Stiftung


17:00–18:00 Uhr

Vortrag: The Number That Saved My Life – Sara (Landsberg) Holzer’s Journey

  • Ort: Ariowitsch-Haus (Salon)

  • Englischsprachiger Vortrag zur Lebensgeschichte von Sara Landsberg – von Leipzig bis zum Überleben in Auschwitz.

  • Veranstalter: Ariowitsch-Haus e. V. und Stadt Leipzig, Referat Internationale Zusammenarbeit



18:00

„Harmonien und Kontraste – Eine Reise durch die Welt der Klaviermusik“

  • Ort: Ariowitsch-Haus, Hinrichsenstraße 14, 04105 Leipzig

  • Klavierabend mit musikalischer Reise durch unterschiedliche Stilepochen und Klangwelten. Der Leipziger Pianist Max Mostovetski präsentiert Meisterwerke von Bach, Mendelssohn und Gershwin.

  • Veranstaltungsformat: Konzert im Rahmen der Jüdischen Woche / Kulturprogramm des Ariowitsch-Hauses

  • Veranstalter: Ariowitsch-Haus e. V.


Sonntag, 28. Juni, 18:00–19:00 Uhr

„Wodka ist immer koscher“ – Lesung mit Küf Kaufmann

  • Ort: Kirche Zuckelhausen, Zuckelhausener Ring, 04288 Leipzig

  • Lesung aus dem im Aufbau-Verlag erschienenen Buch „Wodka ist immer koscher“

  • Musikalische Begleitung: Thomas Feist (Klavier) und Thomas Kempe (Saxophon)

  • Veranstalter: Ev.-Luth. Alesius-Kirchspiel Leipzig

 
 
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