

Do., 10. Sept.
|Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch
Hannah Arendts „Eichmann in Jerusalem“ und ihr jüdisches Selbstverständnis
Ein Vortrag von Marcel Matthies
Zeit & Ort
10. Sept. 2026, 18:00 – 20:00
Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch, Hinrichsenstraße 14, 04105 Leipzig, Deutschland
Über die Veranstaltung
Es gibt wohl nur wenige Theoretikerinnen, deren Denken bis heute so polarisiert und kontrovers diskutiert wird wie das von Hannah Arendt. Der Vortrag nimmt ihr umstrittenes Buch „Eichmann in Jerusalem“ zum Ausgangspunkt, um zu zeigen, worin dessen Provokationen bestehen. Die Reaktionen auf dieses Buch markieren einen sehr tiefen Einschnitt in Arendts Werk- und Lebensgeschichte. Beim Vortrag soll es nicht primär um eine moralphilosophische Analyse des Bösen gehen. Stattdessen wird der Frage nachgegangen, warum Arendts Drang nach geistiger Unabhängigkeit gerade an einem Ort wie Jerusalem so vehement hervortritt. Welche Verbindung besteht zwischen ihrer Kritik an den Judenräten sowie am Judenstaat und ihrem eigenen Selbstverständnis als Jüdin? Und wie passt das zu ihrer früheren Tätigkeit als Zionistin während ihrer Pariser Exil-Zeit?
Marcel Matthies ist Literaturwissenschaftler und Ideologiekritiker. Er wurde 2023 mit seiner Schrift „Literarische Gestaltung jüdischer Identität bei Maxim Biller und Doron Rabinovici. Vier Romane im Schatten der Shoah und im Widerschein Israels“ promoviert. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit deutsch-jüdischer Literatur, mit der künstlerisch-fiktionalen Darstellung von Gedächtnis- und Gesellschaftsgeschichte in der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur, mit geschichtspolitischen Antinomien, mit Identitätsforschung sowie mit Antisemitismuskritik.
Zuletzt erschienen:
Hannah Arendt – Drang zur Tiefe
https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/drang-zur-tiefe/
Denken heißt lebendig sein – Zu Hannah Arendts 50. Todestag
https://www.blaetter.de/ausgabe/2025/dezember/denken-heisst-lebendig-sein
Veranstalter: Ariowitsch-Haus e. V.
Eintritt frei (Salon)