Memo Anjel
"Mindeles Liebe"
Moderation: Antonia Stock
Rotpunkt Verlag, 2009
Der Esstisch der vielköpfigen sephardischen
Familie im kolumbianischen Medellín ist der Nabel der Welt. Hier
wird erlebt und verhandelt, was im Leben wichtig ist. Der 13-jährige
Junge erzählt, wie er die Dinge sieht. Von der Liebe wissen die Kinder
wenig. Die Eltern gehören zusammen, man kennt das – nie hätte
man dafür einen Begriff wie "Liebe" verwendet. Nur die vorwitzige
und superschlaue Victoria, die alle Bücher in ihrer Reichweite gelesen
hat, weiß, was Liebe ist, weil sie schon mal einen Verehrer hatte:
Liebe sei, erklärt sie ihren Geschwistern, einen Schwachkopf mit Pickeln
im Gesicht vor sich zu haben. Doch dann bricht wirklichdie Liebe aus –eine
Liebe, die nicht sein darf. Sie verändert Personen, die man zu kennen
geglaubt hatte, bringt die ohnehin chaotische Welt der kleinen jüdischen
Gemeinde im Stadtteil Prado durcheinander und stellt dieFamilie vor eine
Zerreißprobe. Mit eindringlicher und von feinem Humor geprägten
Erzählweise entführt uns Memo Anjel in den Mikrokosmos einer faszinierenden
jüdischen Lebenswelt, deren liebevoll gezeichnete Figuren dem Leser
unvergesslich bleiben. "In dem leichten, beinahe arglosen Erzählton
des Romans und seiner bilderreichen Sprache verschmilzt die große
jüdische Erzähltradtioneines Isaac B. Singer mit dem magischen
Realismus Lateinamerikas, der das geheimnisvolle in der Wirklichkeit aufleuchten
lässt." FAZ
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| Memo Anjel |
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José Guillermo (Memo) Anjel, geb. 1954
in Medellín (Kolumbien), stammt aus einer sephardischen Familie.
Er ist Professor für Soziale Kommunikation in Medellín. Er veröffentlichte
Romane, Erzählungen, Essays und Comics. Beim Rotpunktverlag sind bis
jetzt der Roman Das meschuggene Jahr, seine Fortsetzung Mindeles Liebeund
Erzählungen unter dem Titel Das Fenster zum Meererschienen.
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