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Erfrischend neue Saison

Das Ariowitsch-Haus eröffnet Frühjahrsprogramm

Seit vier Jahren ereignen sich im Ariowitsch-Haus Veranstaltungen rund um jüdische Kultur und Kunst in Vergangenheit und Gegenwart - Hand in Hand mit allen Interessierten aller Generationen. In diesem Frühjahr hält das Kultur- und Begegnungszentrum mit einem Programm die Türen offen für jene, die sich jüdischen Themen und ihren historischen Figuren, mit Traditionen und aktuellen Sujets widmen möchten - theoretisch, aber auch zum Miterleben.

Mit seinem Konzert "Seele der Liturgie" am 6. März setzt Kantor Prof. Joseph Malovany (USA) den Auftakt zur geplanten Eröffnung des Institutes für Traditionelle Jüdische Liturgie in Leipzig. An diesem Abend vermittelt der in Israel geborene Tenor hautnah traditionelle Musik, die spiritueller Teil des jüdischen Ritus ist.
Malovany ist seit 1973 Kantor der New Yorker Fifth Avenue Synagogue und Ehrenprofessor Liturgischer Musik an der Philip and Sarah Belz School of Jewish Music an der Yeshiva University (New York). Für seinen musikalsichen Beitrag für die polnische und internationale jüdische Gemeinde wurde er 2004 als erster jüdischer Kantor durch den damaligen polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski mit einem Titel geehrt, welcher mit der Ritterschaft vergleichbar ist.


Am 12. März beginnt eine Reihe aus hochspannenden informativen Veranstaltungen zu Persönlichkeiten, die in einem unbedingt zu hinterfragenden Verhältnis zum Judentum standen. Dr. Dieter David Scholz, Universitätsmusikdirektor David Timm und Dr. Timotheus Arndt laden in diesem Kontext zu einem Gespräch über "Das Judentum in der Musik - zu Richard Wagners Judenfeindschaft" ein, welche die Schrift "Über das Judentum in der Musik" ins Zentrum stellen wird. In dieser brachte Wagner seine Judenfeindschaft deutlich zum Ausdruck. Wichtige Fragen stehen zu diesem Anlass im Fokus: Worin bestand diese Feindschaft, woher rührte sie, und wie hat sie sich ausgewirkt? Spielt sie in Richard Wagners musikalischem Werk eine Rolle? Wie können wir angesichts dieser Fragen mit Person und Werk Richard Wagners umgehen? Der Fortgang der Geschichte hat diese Überlegungen umso brennender gemacht. Sie bewegen uns gerade auch im 200. Jahr nach seiner Geburt.

Am 28. März wird es feierlich im Ariowitsch-Haus, das für diesen Tag in Kooperation mit der Volkshochschule Leipzig eine Besonderheit zu bieten hat. Beim "Sederabend für Jedermann" können alle Neugierigen zusammen mit Gemeinderabbiner Zsolt Balla Teil eines jüdischen Festes werden. Mit dem Sederabend beginnt das Pessachfest. Nachdem die Jüdische Gemeinde wenige Tage zuvor das sieben Tage lange Pessach bereits begonnen hat, sind an diesem Tag all jene nicht-jüdischen Besucher_innen eingeladen einen Abend voller Symbolik zu erleben, der einer bestimmten Ordnung, einem festgelegten Ritus folgt. Das Fest erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Auf den ersten und hauptsächlich zeremoniellen Teil des Sederabends folgt die festliche Mahlzeit. Jedem Gast bietet sich somit die einzigartige Möglichkeit jüdische Bräuche hautnah kennen zu lernen - unabhängig von seinem Glauben.


Am 9. April widmet sich das Kultur- und Begegnungszentrum jüdischen Mitbürgern, die ihren Beitrag dazu leisteten, Leipzig zu "Stadt des Buches" werden zu lassen. Mit "Jüdische Verleger in Leipzig" stellt Germanistin, Geschichtswissenschaftlerin und Autorin Petra Dehmel (Leipzig) in kurzen Skizzen zwei Leipziger Verlegerpersönlichkeiten und ihre Verlage vor. Dabei fragt sie danach, welchen Anteil jüdische Verleger an der weltweiten Ausstrahlung der Buchstadt Leipzig hatten, wie sie in der Stadtgesellschaft integriert waren und welches Schicksal sie in der Zeit des Nationalsozialismus erleiden mussten.

Eine Sonderveranstaltung erwartet die Besucherinnen und Besucher des Zentrums jüdischer Kultur am 24. April. Mit dem Israel-Tag feiert das Ariowitsch-Haus den Jahrestag der Staatsgründung Israels wenige Tage vor. Neben Vorträgen und Glückwünschen durch Gäste wie Dr. Timotheus Arndt (JCA), Dr. Thomas Feist (DIG) oder André Stolle (Städtepartner-schaftsverein Leipzig-Herzliya) eröffnet Michaela Weber ihre Fotoausstellung „Israel: Normalität eines Landes“ und gewährt damit einen Blick auf den Alltag in Israel mit den Augen einer Leipzigerin. Außerdem umrahmen israelische Studierende der Hochschule für Musik und Theater Leipzig diesen bedeutenden Abend musikalisch.

Das abwechslungsreiche Frühjahrsprogramm schließt am 22. Mai mit Professor Martin Steinhäusers Vortrag und Gespräch "Martin Luthers Verhältnis zu den Juden". Theologe Steinhäuser gibt damit Einblicke in die Stellungnahmen Martin Luthers zum Judentum, welche durchaus verstörend wirken. Es wird an diesem Tag Überlegungungen nachgegangen, wie Luthers Aussagen zu verstehen sind und wie sich bis heute in einer Gesellschaft, die von der lutherischen Reformation her kommt, auswirken - eine Frage, die schon zum 500. Geburtstag Martin Luthers 1983 gestellt wurde. Angesichts der deutlichen gesellschaftlichen Veränderungen seit den 80er Jahren und im Vorfeld des Gedenkens der Reformation 2017 im Themenjahr, das sich mit Reformation und Toleranz befasst, ist die Reflexion dieser Bedeutungen von unübersehbarer Aktualität.

Neben diesem breiten Angebot an Veranstalungen aus Voträgen, Geprächsabenden, Konzerten und Feierlichkeiten, ist auch das Ariowitsch-Haus wie jedes Jahr als ein wichtiger Ort der Leipziger Buchmesse zu erleben.

Mit Blick zurück auf den März laden das Zentrum jüdischer Kultur und Prof. Dr. Otto Seifert hierzu im Vorfeld der Messe am
7. März einen aufschlussreichen Vortrag zur "Buchstadt Leipzig - ein Zentrum der Verfolgung jüdischer Buchhändler. Autoren und Literatur in Europa".

Vom 14. bis 16. März präsentieren schließlich der Bertelsmann Verlag, das Magazin Cicero und die Stanford University "Jüdische Lebenswelten" im Rahmen von "Leipzig liest". Hierzu wird der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Dr. Dieter Graumann den Eröffnungstag mit einer Lesung zu "Nachgeboren Vorbelastet" schließen. Desweiteren werden Namen wie Ulrich Woelck, Amir Eshel, Irina Liebmann, Eva Weaver oder Otto Dov Kulka zu sehen und vor allem zu hören sein. Eine Neuigkeit begeistert in diesem Jahr am 16. März unsere kleinen Besucher_innen: mit einer Lesung für Kinder ab 4 Jahren zu "Golda auf der Flucht" ist an diesem Nachmittag Myriam Halberstam zu begrüßen.

Die Möglichkeiten das Ariowitsch-Haus zu erleben sind in der kommenden Saison erfrischend vielseitig. Sei es um zu diskutieren, Literatur und Musik zu lauschen oder einfach ein Fest zu feiern - das Kultur- und Begegnungszentrum lädt alle Interessierten herzlich dazu ein, gemeinsam mit ihm den Frühling zu begrüßen.


Kartenresevierung und weitere Informationen unter:

Tel.: 0341 2254 100 (0) oder (2)



Flyer zu den Veranstaltungen im Frühjahr zum Download (.pdf 582 kb)


Die Karten für die Konzerte sind im Ariowitsch-Haus, telefonisch unter 0341 - 225 41 000 oder 0341 - 225 41 002 sowie
per E-Mail: kontakt@ariowitschhaus.de zu reservieren oder an der Abendkasse erhältlich.

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